Die Beleuchtung in ihren Anfängen

Die elektrische Beleuchtung stand im Jahre 1888 noch in ihren Anfängen. Die erste praktische Bogenlampe, die sogenannte Kerze von Jablochkoff, stammt aus dem Jahre 1876, die den Urtyp der modernen Bogenlampe darstellende Differenziallampe von Hefner von Alteneck aus dem Jahre 1879.

 

Die Glühlampe

Die elektrische Glühlampe wurde im Jahre 1878 von Sawyer und Man erfunden und die erste elektrische Beleuchtungszentrale mit parallelgeschalteten Glühlampen im Jahre 1882 von Edison in Neuyork in Betrieb gesetzt. Im Jahre 1884 folgte dann die erste derartige Anlage in Deutschland, eine Blockzentrale in Berlin. Auf dem Gebiete der Bogenlampen wurde bis gegen 1893 aller Fleiß nur auf die Verbesserung des Regulierwerks verwandt. Etwas grundsätzlich Neues schuf erst 1893 der Amerikaner Jandus, indem er den Lichtbogen luftdicht abschloß, wodurch die Brenndauer der Kohlen auf das 10- bis 20fache gesteigert wurde, leider unter starker Vergrößerung des Energieverbrauchs beim Stromanbieter.

 

Einen großen Schritt zum bessern machte der Deutsche Bremer im Jahre 1900 durch eine Lampe mit Kohlen von starkem Gehalte an Metallsalzen, deren spezifischer Verbrauch bei Gleichstrom und Wechselstrom gleichmäßig 0,2 Watt für eine Hefnerkerze und darunter betrug, gegenüber 0,5 Watt bei den bisherigen Gleichstromlampen und gegen 1 Watt bei den Wechselstromlampen.

 

Dreischaltungslampen

Später gelang es der deutschen Technik, solche stark metallfalzhaltigen Kohlen in luftabgeschlossener Glocke brennen zu lassen und so einen verhältnismäßig geringen Verbrauch mit langer Brenndauer zu vereinigen. Eine vorübergehende Bedeutung erlangten um 1893 die sogenannten Dreischaltungslampen von Körting & Mathiesen. Die von Aron in Berlin erfundene Quecksilberdampflampe hat wegen ihrer Armut an roten Lichtstrahlen noch nicht die erwartete Verbreitung zu gewinnen vermocht, auch nicht in ihrer Vervollkommnung durch den Amerikaner Cooper Hewitt und fast ebensowenig in der Gestalt der Heräusschen Quarzlampe.

 

Die Glühlampe ist lange Zeit unverändert geblieben. Das Problem war, Lampen zu bauen, die bei möglichst hoher Spannung einen möglichst geringen spezifischen Verbrauch, dabei aber eine lange Brenndauer und eine große mechanische Festigkeit des Fadens hätten. Der Preis der Lampe sollte natürlich gering sein. Die Lösung war schwierig, denn die Bedingungen widersprechen einander; besonders schwierig war es, den Bedingungen bei Lampen geringer Lichtstärke zu genügen. Deshalb erscheinen bei jeder erreichten Spannungserhöhung erst Lampen verhältnismäßig hoher Lichtstärke und hohen spezifischen Verbrauchs; erst allmählich gelingt es, den letzteren zu verbessern und auch Lampen geringerer Lichtstärke herzustellen.

 

Kohlenfadenlampe

Die Kohlenfadenlampen der gebräuchlichsten Spannung und Lichtstärke hatten 1888 einen spezifischen Verbrauch von 3,5 bis 4 Watt pro Hefnerkerze bei 600 bis 800 Stunden Brenndauer, und viel weiter ist man mit ihnen überhaupt nicht gekommen. Der spätere Fortschritt in der Glühlampentechnik stützte sich auf die hauptsächlich durch Lummer geförderte Kenntnis von dem Wesen der sogenannten Temperaturstrahler. Das durch sie geleitete Bestreben, Glühfäden aus Körpern herzustellen, die eine möglichst hohe Temperatur aushalten, zeitigte zuerst, und zwar im Jahre 1901, die von Nernst erfundene und nach ihm benannte Glühlampe mit Glühkörpern aus sogenannten Leitern zweiter Klasse, die bei gewöhnlicher Temperatur Isolatoren, bei hoher aber Leiter sind. Die außerordentlichen Schwierigkeiten, die sich der praktischen Lampe entgegenstellten, wurden von der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft in bewunderungswürdigem Maße überwunden. Der spezifische Verbrauch der Lampe war etwa 1,6 Watt pro Kerze, ihre Brenndauer leider freilich nur 300 Stunden. Ihre Konstruktion war allerdings sehr verwickelt, und so mußte sie denn nach einigen Jahren wieder einfacheren Lampen weichen.

 

Wolfram

Darunter sind anzuführen die Osmiumlampe der Deutschen Gasglühlichtgesellschaft von Auer von Welsbach 1901, die Tantallampe der Firma Siemens&Halske 1905 nach den Erfindungen ihres Ingenieurs Dr. von Bolton. Im Jahre 1906 wurde mit einer aus dem noch schwerer schmelzbaren Wolfram hergestellten Glühlampe bei einem spezifischen Verbrauche von 1,1 Watt und etwa 1500 Stunden Brenndauer die Grenze des bis heute Möglichen erreicht. Nur für ganz große Lampen ist es gelungen, den spezifischen Verbrauch noch weiter, bis auf etwa 0,8 Watt, und in allerjüngster Zeit sogar auf 0,5 Watt herabzudrücken. Ein wichtiger Schritt der letzten Zeit bestand darin, daß man – während die Fäden bis dahin „gespritzt“ werden mußten – durch eine in Deutschland und in Amerika gleichzeitig gemachte Erfindung Wolfram zu widerstandsfähigen Drähten ziehen lernte. Die neueren Glühlampen haben die elektrische Beleuchtung außerordentlich verbreiten helfen, und die Glühlampe hat auch die Bogenlampe vielfach verdrängt.

 

Quelle: https://de.wikisource.org/wiki/Elektrotechnik_(1914) Joachim Teichmüller

 

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